40 Jahre Bramscher Verein für Bildende Kunst e.V.
Kunst, die bewegt: Unzählige und vielschichtige Aktivitäten in den vergangenen Jahrzehnten

„Kunst muss in die Öffentlichkeit! Sie muss an die Bramscher Bürger herangetragen werden. Künstlerische Tätigkeiten sollen gefördert werden!“ Mit diesem Anspruch formulierte der Kulturausschuss der Stadt Bramsche vor 40 Jahren den Wunsch nach einem stärkeren kulturellen Miteinander. Die Idee stieß auf offene Ohren: Alle Kunstinteressierten wurden zu einem Treffen ins Café „Spritzenhaus“ eingeladen.
Aus einem ersten Erfahrungsaustausch entstanden schnell konkrete Ideen. Gemeinsam wollten die Beteiligten Kunst sichtbar machen, Ausstellungen organisieren und das kulturelle Leben der Stadt bereichern. Der nächste Schritt lag auf der Hand: die Gründung eines Vereins. Er sollte Anlaufstelle für Kunstschaffende sein, Veranstaltungen organisieren und eigene Ausstellungen auf die Beine stellen – ein Ziel, das bis heute in der Satzung verankert ist. Rückblickend erinnern sich die Gründungsmitglieder mit einem Schmunzeln an ihren damaligen Antrieb: „Wir wollten Bramsche aufmischen.“
Von Anfang an bot der Verein Künstlerinnen und Künstlern nicht nur eine Plattform für Ausstellungen, sondern auch einen Raum für Austausch, gegenseitige Inspiration und persönliche Weiterentwicklung.
Zur Gründungsversammlung am 10. März 1986 kamen 14 Mitglieder. In den Vorstand wurden Brian McSheffrey und Karin Bormann gewählt. Karin Bormann übernahm später den Vorsitz und prägte den Verein über 30 Jahre hinweg. Schriftführerin wurde Ingberta Wirth. Beide Künstlerinnen sind dem Verein bis heute eng verbunden und weiterhin aktiv.
Dass jedem Anfang eine besondere Kraft innewohnt, zeigte sich schon in den ersten Jahren. Bereits beim Bramscher Stadtfest im Mai 1986 präsentierte sich der junge Verein der Öffentlichkeit. Es folgten zwischen 1987 und 1995 fünf Kulturwochenenden, zahlreiche Ausstellungen sowie die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen – auch in den Partnerstädten Bramsches.


Die erste Jahresausstellung fand im Café „Spritzenhaus“ statt. Später wechselte sie in die Kreissparkasse und schließlich ins Tuchmachermuseum. Ein besonderer Meilenstein war die Herausgabe der Grafikmappe „Bramsche – neu gesehen“ mit zwölf handsignierten Drucken von Vereinsmitgliedern.
Auch in den folgenden Jahren setzte der Verein immer wieder kreative Akzente im Stadtbild. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing entstand das Projekt „Bramscher Rot“, dessen markante rote Durchflechtungen am Brückengeländer „Auf dem Damm“ über viele Jahre zum Stadtbild gehörten. Nachdem sie inzwischen entfernt wurden, arbeitet der Verein bereits an einer neuen Gestaltung – man darf gespannt sein.
Von 2005 bis 2013 präsentierte der Verein vier Ausstellungen der Reihe „Bramscher Köpfe“. 2009 entstanden die 20 Stelen des Projekts „Feldzeichen zu Friedenszeichen“. Mit „HeimArt“ reagierte der Verein 2017 auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der damaligen Migrationsbewegung. Installationen, Bilder und Skulpturen an verschiedenen Orten in Bramsche wurden von einem umfangreichen Begleitprogramm und einem Ausstellungskatalog ergänzt.
Die Corona-Pandemie bedeutete von 2019 bis 2021 einen deutlichen Einschnitt für das Vereinsleben. Gleichzeitig stand nach drei Jahrzehnten engagierter Vereinsführung ein Generationswechsel im Vorstand an. 2022 übernahmen Mechtildis Köder, Andrea Wilmers und Kerstin Wickel gemeinsam die Verantwortung. Den erfolgreichen Verein nach so vielen Jahren einfach aufzulösen, kam für niemanden infrage.
Mit neuer Energie ging es wieder hinaus in die Öffentlichkeit. Leerstehende Geschäftsräume in der Münsterstraße wurden zur Pop-up-Galerie. Die Ausstellung „Dekonstruktion“ zeigte 2022 die Ergebnisse einer Künstlergruppe, die über Monate hinweg gemeinsam gearbeitet hatte. Ab Mai 2023 gestaltete der Verein außerdem die Schaufenster des ehemaligen Schuhhauses Kurre und machte den Leerstand zu einem Ort der Kunst.


Auch heute bleibt der Verein aktiv. So entstanden beispielsweise neue Ideen für die Gestaltung des Brückengeländers und eine kreative Umgestaltung unansehnlicher Stromverteilerkästen in kreative Hingucker. Die kunstvolle Gestaltung verschönern nicht nur das Stadtbild, sie sollen auch Vandalismus vorbeugen und Künstlerinnen und Künstlern des Kunstvereins eine Bühne bieten, um ihre Kunst in die Öffentlichkeit zu bringen. Zunächst werden hierbei die Kästen gereinigt, einheitlich grundiert und dann mit lebendigen Motiven gestaltet: Vögel in farbenfrohen, harmonischen Szenen, die Naturverbundenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt symbolisieren.
Die Botschaft des Kunstvereins wird hierbei durch kreative Buchstaben sichtbar: Das Wort FRIEDEN – in vielen Formen, aber mit klarer Bedeutung!
Inzwischen zählt der Bramscher Verein für Bildende Kunst 54 Mitglieder. Jedes Frühjahr stellen einzelne Künstlerinnen und Künstler im Tuchmachermuseum aus, im Herbst folgt die traditionelle Jahresausstellung. Die monatlichen Vereinstreffen finden jeweils am dritten Mittwoch um 19 Uhr in der VHS Bramsche statt und stehen allen offen, die sich für Kunst interessieren oder selbst kreativ tätig sind.
Geplante Termine:
- Anderswelten: „Wenn Kunst Natur trifft“- ein DraußenKunstprojekt im Botanischen Garten, Osnabrück, 31.05. – 26.09.2026. Eröffnung 31.05 um 11 Uhr, Matinee 09.08. um 11 Uhr. Ein Projekt von Mitgliedern und Nichtmitgliedern des Vereins mit Förderung durch den Freundeskreis Botanischer Garten Osnabrück
- „Alles bleibt anders“ Jahresausstellung: 26.09. – 15.11.2026 Tuchmacher Museum, Di. – So., 10 – 17 Uhr. Eröffnung 25.09. um 19 Uhr.
- 04.11.2026 „Geschichte der Kunstvereine und ihre Aufgabe heute“ Meike Behm, Leiterin der Kunsthalle Lingen, spricht zum Thema. 19 Uhr Tuchmacher Museum Bramsche
Vier Jahrzehnte nach seiner Gründung verfolgt der Verein noch immer dieselbe Idee wie am ersten Tag: Kunst sichtbar machen, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und das kulturelle Leben in Bramsche aktiv mitgestalten.
Weitere Informationen sowie aktuelle Termine zum Bramscher Verein für Bildende Kunst e.V. unter: www.bramscher-kunstverein.de
Fotohinweise:
Bannerfoto: Wilhelm Wichern | Bild Mitte rechts sowie unten links und rechts: Thomas Remme
alle Fotos: © Bramscher Verein für Bildende Kunst e.V.
City Bramsche Stadtmarketing
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